Ochsner 3.107 m, Hennsteigenspitze 3.002 m (Bergtour)
von der Berliner Hütte - fast nur weglos
Tourendetails
Lage
- Ausgangspunkt: Berliner Hütte
- Gipfel: Ochsner 3.107 m, Hennsteigenspitze 3.002 m
- Region: Zillertaler Alpen
Toureninfo
- Bergauf /-ab: 1.161 hm
- 6:28 Stunden
- 10,84 km
Ausrüstung
- Sonnenschutz (Creme, Brille, Hut), Brotzeit, Trinkflasche (1-3 Liter nach Bedarf), Erste Hilfe, evtl.Teleskopstöcke
Einkehrmöglichkeit
- Unterwegs keine. Berliner Hütte.
Tourenbeschreibung
Zustieg
Wir starten an der Berliner Hütte und folgen zunächst dem Wanderweg in nordöstlicher Richtung zum Schwarzsee. In angenehmer, gemächlicher Steigung geht es taleinwärts. Nach etwa 1,6 Kilometern verlassen wir bei den Wasserläufen den markierten Weg und zweigen weglos nach links in den Hang ab. Von hier steigen wir zunächst in westlicher Richtung über Almgelände auf, vorbei an einigen Schafen, bis auf etwa 2.440 Meter. Anschließend drehen wir nach Norden und halten auf das große Schuttfeld unterhalb des Einstiegs zu. Ob es hier einen besseren oder eindeutigeren Zustieg gibt? Vielleicht. Wir haben nach bestem Wissen und Gewissen unsere eigene Linie gesucht und dabei versucht, die besonders steilen, nassen Hänge möglichst zu umgehen. Insgesamt hat das für uns gut funktioniert.
Nachdem wir das Schuttfeld durchquert haben, halten wir direkt auf eine markante Schuttrinne zu. Zu erkennen an einen großen Felsblock. Bei diesem geht es rechts vorbei und anschließend in der Rinne weiter aufwärts. Am oberen Ende queren wir nach rechts heraus – hier treffen wir auf den ersten Steinmann. Entweder klettert man direkt über richtig schönen, griffigen Fels oder weicht seitlich auf die etwas leichtere Variante aus. Wenig später erreichen wir den Grat, von dem es nur noch wenige Meter bis zum Gipfel sind. Bei der Wegfindung hat sich übrigens jemand richtig Mühe gegeben: Immer wieder weisen Steinmänner die Richtung und an einer Stelle entdecken wir sogar einen aus Stein-Pfeil, eine ziemlich coole Überraschung mitten im weglosen Gelände.
Am Ochsner
Oben angekommen genießen wir die geniale Aussicht auf die umliegenden Gipfel der Zillertaler Alpen. Das Panorama reicht von der Zsigmondyspitze über den Schwarzenstein und die Berliner Spitze bis zum Turnerkamp – und natürlich noch über zahlreiche weitere Gipfel. Ein großartiger Platz, um erst einmal die Aussicht zu genießen.
Übergang zur Hennsteigenspitze
Jetzt wird es spannend: Über den Grat steigen wir in westlicher Richtung zur Hennsteigenspitze ab. Dabei geht es immer wieder auf und ab und das Gelände ist stellenweise ausgesprochen bröselig. Einige Passagen fand ich durchaus etwas gruselig – hier ist definitiv Konzentration gefragt. Schließlich erreichen wir den Gipfelaufbau der Hennsteigenspitze. Dieser ist ziemlich luftig und wartet mit Kletterstellen bis etwa III- auf. Die letzten ungefähr fünf Meter zum Gipfelkreuz geht es über vier Stufen nach oben. Zum Glück findet sich dabei ein richtig guter Griff für die Hände, sodass sich auch dieser letzte Abschnitt schön klettern lässt.
Abenteuerlicher Abstieg
Auch der Abstieg hält noch einmal einiges an Spannung bereit. Anfangs glauben wir, die weitere Route vom Gipfel aus ganz gut überblicken zu können. Wie sich wenig später herausstellt, war das allerdings etwas optimistisch. Über Geröll und Blockgelände steigen wir zunächst in südöstlicher Richtung ab. Auf etwa 2.800 Metern stehen wir plötzlich vor einer tief eingeschnittenen Schlucht. Vom Gipfel aus hatte diese deutlich harmloser ausgesehen und wir waren davon ausgegangen, dass man auf der anderen Seite einfach wieder hinaufklettern könnte. Vor Ort sieht die Sache anders aus – also umgehen wir die Schlucht schließlich unterhalb.
Vermutlich wäre auch eine Umgehung oberhalb möglich. So dass man auf etwa 2.730 Metern, unterhalb des Kirchls, die nächste felswand durchqueren kann. da wir schon tiefer unterwegs waren umgehen wir auch diese unterhalb und entdecken dabei sogar wieder einige Steinmänner, die zumindest bestätigen, dass wir mit unserer Variante offenbar nicht die Ersten sind.
Irgendwann haben wir allerdings genug vom ständigen Umgehen. Auf etwa 2.620 Metern entscheiden wir uns deshalb für den direkten Weg und steigen durch eine steile Rinne ab. Diese Variante würden wir wirklich nur bei trockenen Verhältnissen empfehlen. Danach wird das Gelände endlich wieder unkomplizierter. Schon bald treffen wir auf unseren Aufstiegsweg und folgen diesem zurück ins Tal. Schließlich erreichen wir wieder die Berliner Hütte – nach zwei Gipfeln, viel weglosem Gelände, spannender Kraxelei und einer ordentlichen Portion Abenteuer.
Was ist deine Lieblingstour? Hinterlasse mir gerne unten einen Kommentar.
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